Gutshaus Boek

Baubeginn 2021

baukanzlei

Historische Aufnahme

Das Gutshaus stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde als eingeschossiger Bau mit hohem Krüppelwalmdach errichtet. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Familie Le Fort Besitzer des Anwesens

Das jetzige Aussehen des Gutshaus Boek stammt aus dem Ende des 19. Jahrhundert. Im Zuge des Umbaus im 19. Jahrhundert wurde die Traufe um ein Geschoss des Kernbaues angehoben, eine Art Attika ausgebildet und mit einem Giebeldreieck in der Mitte des Gebäudes verziert sowie wurden die Gebäudeecken mit Eckrisaliten ausgebildet. Das Gebäude erhielt ein flach geneigtes Walmdach. Südlich vom Gutshaus schließt sich ein Park an, der in seiner Anlage noch erhalten ist und als gartengeschichtliches und kunsthistorisches Denkmal besonderen Wert besitzt

Im Inneren ist die Raumsituation mit der Diele und dem dahinterliegendem Gartensaal erhalten geblieben, außerdem sind Ausstattungsteile wie Türen, Stuckfassungen, Dielungen und Kamin komplett erhalten. Im Gartensaal und einigen anderen Räumen gibt es Parkettböden sowie Türen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Die originalen Treppen sind erhalten. Im 20. Jahrhundert wurde das Dachgeschoss zu Wohnzwecken ausgebaut.

Der Zustand des Gebäudes ist unbefriedigend und die Instandsetzung erfordert umfassende Baumaßnahmen. Das Gutshaus wird dementsprechend unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und weitestgehender Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz erhalten und instandgesetzt. Die baulichen Maßnahmen betreffen die Sanierung und Instandsetzung des Fassadenbildes um 1935 inklusive der Wiederherstellung der vorgesetzten gusseisernen Balkone an den Mittelrisaliten. Die ursprünglichen Fenstergrößen- und -formen werden soweit noch nicht geschehen nach bauzeitlichem Vorbild gestaltet. Der nicht bauzeitliche eingeschossige Anbau an der Süd-West-Seite des Gutshauses, welcher das Gesamtbild der Anlage und die Zugänglichkeit zum Gutspark empfindlich stört, wird abgerissen.

Die innere Raumstruktur des Gutshauses wird an die zukünftig vorgesehene Nutzung angepasst, wobei die Wiederherstellung der bauzeitlichen Strukturen im Vordergrund steht. Nachträgliche Einbauten, insbesondere im Obergeschoss werden zurückgebaut. Im Erdgeschoss ist der Einbau moderner Sanitäranlagen vorgesehen, deren Größe auf die voraussichtlichen Besucherzahlen angepasst ist. Weiterhin ist ein moderner Aufzug geplant. Bautechnisch werden Reparaturen an der historischen Substanz grundsätzlich in den gleichen Materialien und Konstruktionsarten ausgeführt wie sie vorgefunden werden. Ertüchtigungen bezüglich Statik oder Abdichtung werden substanzschonend mit angepasster Materialwahl und unter Berücksichtigung von dem Denkmal geschuldeten, begründeten Abweichungen von den entsprechenden Normen ausgeführt. Ausgebaute Originalbauteile werden an ihren ursprünglichen Ort versetzt, wie z.B. die Flügeltür, zwischen Gartensalon und Küche. Das Foyer soll eine Glastrennwand erhalten.

Das Obergeschoss wird durch die vorhandene repräsentative Treppenanlage im Foyer erschlossen. Eine weitere Treppe, welche als zweiter Rettungsweg dient, ist ebenfalls bereits vorhanden. Die Baumaßnahmen im Obergeschoss richten sich nach der Konzipierung des Ausstellungsbereichs. Hauptaugenmerk liegt auch hier auf der Wiederherstellung der bauzeitlichen Strukturen. Eine Nutzung des Dachgeschosses ist nicht vorgesehen.
Der Einbau eines rollstuhlgerechten Aufzugs für den barrierefreien Zugang zu den Ausstellungsbereichen ist vorgesehen. Der Gastronomiebereich wird modernisiert und der zukünftigen Nutzung angepasst. Der Charakter eines dörflichen Gasthauses soll hierbei erhalten bleiben. Im Vordergrund steht die Anbindung an die Bereiche der geplanten Außenbewirtschaftung.
Eine grundsätzliche und umfassende Modernisierung der technischen Anlagen (Strom, Beleuchtung, Wasser, Lüftung) ist entsprechend der Nutzung für alle Bereiche vorgesehen.

Das zukünftige Nutzungskonzept für das Gutshaus umfasst die Nationalpark-Information mit Verkaufsbereich, eine ständige Ausstellung zur Geschichte der mecklenburgischen Ritterschaft mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Adelsfamilie Le Fort, das Forum „Boek als literarischer Ort“ mit Informationen zu der Schriftstellerin Gertrud von le Fort sowie eine Gaststätte mit Außenbewirtschaftung.

Historische Aufnahme Rückansicht mit Garten

Historische Aufnahme des Gartensalons

Bestehende Front Ansicht des Gutshauses

Bestehende Garten Ansicht des Gutshauses

Landschaftsplanung für das Gutsensemble in Boek

Geplante Restaurierung der Front Ansicht vom Gutshaus

Nutzungskonzept im Erdgeschoss

Nutzungskonzept im Obergeschoss

Holzschädlingsbefall der bestehenden Dielen

Deckenunteransicht Freilegung zur Balkenkopfsanierung

Freilegung zur Balkenkopfsanierung im Obergeschoss

Durchbrucharbeiten im Obergeschoss

Abbrucharbeiten im Obergeschoss